Zwischen Abi und Unistart kommen viele auf die Idee, die Heimat für eine Weile zurückzulassen, um in die Ferne zu schweifen. Beliebte Möglichkeit: Work and Travel in Australien oder Neuseeland. Auch du planst schon deine Reise? Dann hast du dich bestimmt schon durch so manche Agenturwebsite geklickt. Doch ist die überhaupt nötig? Ich habe Australien mit Unterstützung einer Organisation bereist und fasse heute die Vor- und Nachteile zusammen, damit es schon bald auch für dich heißen kann: G’day, mate und hallo, Abenteuer!

Work an Travel mit einer Organisation: die Vorteile

Eine Organisation verspricht das „Rundum-sorglos-Paket“ für deine Reise. Und ich kann nicht komplett widersprechen, im Großen und Ganzen hat alles wie angekündigt geklappt.

Die Flüge wurden wie versprochen gebucht. Es war auch kein Problem, den Rückflug von Australien aus spontan umzubuchen. Ohne Rückflugticket darf man übrigens nicht einreisen. Möchte man also erst vor Ort entscheiden, wann man zurückreist, benötigt man eine Option auf Umbuchung. Geklappt hat auch die Abholung am Flughafen. Wir wurden am Flughafen eingesammelt und zu unserem Hostel gefahren. Dieses lag sehr zentral und war sauber – passt. Allerdings muss ich ein paar selbst organisierte Reisen später sagen: Eine wirkliche Herausforderung ist die Buchung eines Hostels und die Anreise mit Bus und Bahn anstelle von Privattransfers nun auch wieder nicht.

Für viele Startet hier die Reise in Australien: Melbourne

Vereinfacht wird mit einer Organisation auf jeden Fall die Jobsuche: Denn die haben meist Büros in den großen Städten. Dort gibt es Ansprechpartner, die dir Jobs vermitteln können. Und auch mir wurde gleich einer angeboten: arbeiten auf Baumwollfeldern im Outback. Ich musste nichts weiter tun, als zuzusagen und ein Ticket nach Dubbo zu buchen. Dort wurde man persönlich abgeholt und hat auch gleich eine Unterkunft bekommen. Aber ob das jetzt ein Job für jedermann war, sei mal dahingestellt. 😉

Ebenfalls gut: eine Postanschrift in Australien zu haben. Meine ganze Post, zum Beispiel die von meiner australischen Bank, wurde bei der Organisation wochenlang sicher verwahrt.

Was leistet eine (gute) Organisation überhaupt?

  • Working Holiday Visum: Hilfe beim Beantragen
  • Buchung der Flüge (Man kann zwischen verschiedenen Daten wählen.)
  • Flughafentransfer
  • Unterkunft für die ersten Nächte
  • Einführungsveranstaltung
  • Ansprechpartner vor Ort (hilft z. B. beim Planen des Aufenthalts und Organisieren der Reise; bei Fragen zur ausländischen Telefonnummer oder beim Eröffnen eines Bankkontos)
  • Aufbewahrung deiner Post
  • Checklisten und Erfahrungsberichte

Und was kostet der Spaß?

Ohne Flüge kannst du unterschiedliche Pakte ab 500 Euro buchen. Ich habe für die oben gelisteten Leistungen inklusive Flügen 1800 Euro gezahlt.

Die Nachteile: viel Geld für wenig Leistung

Manche Angebote von Organisationen sind, wie gesagt, eine gute Hilfe. Jedoch hat man irgendwie immer das Gefühl, man hätte das Meiste davon auch alleine hinbekommen. Da wäre zum Beispiel die Hilfe beim Beantragen des Working Holiday Visums. Es wird einem zwar ein Leitfaden gegeben, Hilfe sieht für mich aber anders aus. Denn das Visum beantragt man letztendlich online und allein. Genauso die Eröffnung eines Bankkontos: Hier wird lediglich eine Bank empfohlen. Das Eröffnen des Kontos ist übrigens so unkompliziert, dass es den Eintrag in den Leistungskatalog absolut nicht wert ist.

Zum Reisen mit einer Organisation zählt immer eine Einführungsveranstaltung vor Ort (meistens in Sydney oder Melbourne). Hier gab es einen Vortrag zum Thema Sicherheit (Achtung, Giftschlangen! Achtung, Sonne!) und jede Menge Werbung für Surfkurse, Segeltrips und Tauchschulen. Auch wenn es ein paar gute Tipps gab – ich hatte das Gefühl, bei einer Werbeveranstaltung gelandet zu sein.

Lieber ein Praktikum Down Under? Freie Stellen in Australien findest du bei uns!

Begehrter Job: Barista

Mal ganz ehrlich: Habe ich die Organisation wirklich gebraucht?

Insgesamt war mir die Organisation eine gute Hilfe. Sie hat mir vor allem viel Sicherheit gegeben (ganz besonders vor der Reise ins Ausland). Es gab aber nichts, was man mit guter Planung nicht auch selbst hinbekommen hätte. Zumindest die klassischen Work-and-Travel-Ziele Australien, Neuseeland, Kanada und USA sind großartig auf Reisende und Jobber eingestellt. Land und Leute lernt man in kurzer Zeit kennen, an jeder Ecke gibt es Hostels und Reisebüros speziell für Backpacker. Im Nachhinein hätte ich mir das Geld lieber gespart und wäre mit einigen Dollar mehr im Gepäck nach Australien gereist. Das Reisen und Leben dort ist nämlich ganz schön teuer.

Surfer:© Arnaud Mesureur /unsplash

Känguru:© Mark Galer/unsplash

Melbourne:© Fabian Mardi/unsplash

Barista:© Zachary Staines/unsplash

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