Wenn wir bei meinpraktikum.de eines gelernt haben, dann dass leider immer noch nicht jedes Praktikum als Erfolg zu verbuchen ist. Vom cholerischen Chef, über monotone Aufgaben bis hin zur miesen Bezahlung, als Praktikant hat man es nicht immer leicht. Doch wo sind die Grenzen? Wie viel muss man als Praktikant über sich ergehen lassen? Denn eines ist klar, ein Botengang zur Post, macht noch lange kein schlechtes Praktikum aus. Wir klären nun auf, woran man einen wirklich unglücklichen Praktikanten erkennt und wo auch du als Praktikant noch ein Auge zudrücken solltest.

1. Am täglichen Kaffeefleck auf der Kleidung

Wer kennt das nicht, man hat es mal wieder eilig – auf den Kaffee möchte man aber ganz bestimmt nicht verzichten. Da passiert es, man verschüttet das geliebte Heißgetränk. Doch was dem Otto Normal-Kaffeetrinker nur ein oder zwei Mal im Jahr geschieht, passiert dem unglücklichen Praktikanten fast täglich – wenn er zum gefühlt tausendsten Mal dem Chef seinen Kaffee kocht.

2. Am Toner an den Fingern

Ebenso zuverlässig wie Kaffeeflecken auf der Kleidung ist Druckerschwärze an den Fingern. Denn das viele Kopieren hinterlässt seine Spuren. Gerade als Praktikant sollte man natürlich auch mal mit Fleißarbeit rechnen, wer allerdings nur mit monotonen Aufgaben beauftragt wird, lernt nichts über den Beruf – und verlässt das Unternehmen als unglücklicher Praktikant.

3. An den Massen an Kuchen und Süßigkeiten, die er jeden Tag anschleppt

Seien wir mal ehrlich, nicht nur in einer Beziehung geht Liebe durch den Magen. Das haben auch schon längst die Praktikanten gemerkt und versorgen ihre Kollegen mit tonnenweise Kuchen und Süßigkeiten und investieren hierfür ihren letzten Penny. Oft versteckt sich dahinter aber ein Schrei nach Anerkennung, die dem unglücklichen Praktikanten verwehrt wird. Denn ein gutes Praktikum zeichnet sich durch regelmäßiges Feedback aus, das dem Praktikanten Sicherheit und Bestätigung gibt – und das auch ohne süße Bestechung.

4. An dem provisorischen Arbeitsplatz in der fensterlosen Kammer

Ein eigenes Büro mit Blick ins Grüne, das wünscht man sich – oder wenigstens einen eigenen Schreibtisch – doch selbst der wird dem unglücklichen Praktikanten verwehrt. Wenn er Pech hat, wird er sogar in eine fensterlose Kammer abgeschoben, die sonst nur als Müllraum dient. Selbst wenn der Arbeitsplatz nicht den Vorstellungen entspricht, eines sollte immer gewährleistet werden – dass sich der Praktikant als Teil des Teams fühlt.

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5. An seiner täglichen Teilnahme am Meeting – einer muss ja das Protokoll schreiben

In einer Konferenz reicht oft ein Blick, um den unglücklichen Praktikanten zu erkennen –mit gesenktem Blick schreibt er das Protokoll. Ok, Protokollschreiben allein macht natürlich längst keinen unglücklichen Praktikanten aus, denn immerhin darf er an Besprechungen teilnehmen. Kritisch wird es allerdings, wenn ihm jede Meinungsäußerung verwehrt wird – nach dem Motto: nicht reden, nur schreiben.

6. Am selbst mitgebrachten Essen

Mittwoch, 12 Uhr – Zeit fürs Mittagessen. Während die Kollegen ausschwirren und die Lokale in der Umgebung unsicher machen, ist er der einzige, der im Aufenthaltsraum sein mitgebrachtes Essen verzehrt. Ohne Gehalt ist Auswärtsessen ein Luxus, den sich der unglückliche Praktikant nicht leisten kann. Unbezahlte Praktika können sich zwar auch lohnen, was den Lebenslauf und die Erfahrung angeht, gerecht ist es aber nicht, für eine 40-Stunden-Woche keinen Cent zu sehen und glücklich macht es erst recht nicht.

7. Am täglichen Aufräumen der Küche

Das Geschirr stapelt sich mal wieder bis unter die Decke und die Kaffeemaschine könnte auch mal wieder gereinigt werden. Gut, dass es die wehrlosen Praktikanten gibt, die man so wunderbar mit solch anspruchsvollen Aufgaben wie Aufräumen beauftragen kann. Auch hier gilt, wenn jedes Teammitglied einmal mitanpackt, sollte auch der Praktikant sich nicht zu fein sein. Doch wenn er das Gefühl bekommt, nur für die Schmutzarbeit da zu sein, läuft definitiv etwas falsch.

8. Am Hecheln, wenn er nach einem Botengang zurückkommt.

Abgehetzt wirkt er, der unglückliche Praktikant, denn er durfte mal wieder zur Post, zum Kopierladen und zum Supermarkt. Natürlich zu Fuß, denn der Firmenwagen wird nur für Festangestellte Mitarbeiter bereitgestellt. Auch hier gilt die goldene Regel: Ab und zu mal Aufgaben dieser Art erledigen – kein Problem. Ausschließlich durch die Gegend jagen – no way!

9. An der blassen Gesichtsfarbe, wenn er aus dem Chefbüro kommt

Kalkweiß und abgemahnt kommt er aus dem Chefbüro. 10 Minuten Gebrüll musste er über sich ergehen lassen – natürlich aus gutem Grund – der Kaffee war viel zu heiß. Von Konstruktiver Kritik über die Arbeitsleistung (siehe Punkt 3), kann der unglückliche Praktikant immer noch nur träumen.

10. An seinem Kündigungsschreiben und der schlechten Bewertung auf meinpraktikum.de

Was zu viel ist, ist zu viel. Selbst der nervenstärkste Praktikant hat irgendwann genug und macht das einzig Richtige – er kündigt. Der Chef darf nun seinen Kaffee wieder selbst kochen und eine brandneue Bewertung auf meinpraktikum.de „bewundern“.

Autorin: Sabine Zagar

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