Im Vorstellungsgespräch gilt: Gute Fragen sind mindestens genauso wichtig, wie schlagfertige Antworten. Soweit die Theorie. Doch gibt es auch No-Go-Fragen, die man besser für sich behalten sollte? Wir haben drei Beispiele für dich, welche Fehler du im Vorstellungsgespräch vermeiden solltest – und wie du es besser machst.

Interesse am Unternehmen zeigen – wie es geht und wie nicht

Alex hat sich vorbereitet. Er weiß, dass man im Vorstellungsgespräch zeigen soll, dass einem das Unternehmen wichtig ist. Er hat sich deshalb diese Frage überlegt:

„Was macht das Unternehmen eigentlich genau?“

Warum diese Frage unglücklich ist: Interesse zeigen? Natürlich! Doch durch diese Frage wirkt Alex unvorbereitet. Was das Unternehmen macht, sollte schließlich jeder Bewerber wissen.

Was kann Alex anders machen? Er könnte mehr ins Detail gehen und weniger nach dem Was, sondern nach dem Wie fragen. Zum Beispiel, wie die Abteilung, in der das Praktikum stattfinden soll, organisiert ist oder wie ein typischer Arbeitstag aussieht.

Ob Zeit für einen Nebenjob bleibt, sollte im Vorstellungsgespräch geklärt werden.

Nebenjob im Praktikum? So fragt man richtig nach

Ann hat noch einen Nebenjob, einmal in der Woche müsste sie daher bereits um 16 Uhr Feierabend machen, um pünktlich starten zu können. Den Job würde sie sonst durch das Praktikum verlieren. Daher stellt sie folgende Frage:

„Wie flexibel sind die Arbeitszeiten? Darf ich auch mal früher gehen?“

Was Ann falsch gemacht hat: Sie war in ihrer Frage zu unkonkret und bietet sehr viel Raum für Interpretationen. Der Arbeitgeber könnte nun glauben, Ann nimmt das Praktikum nicht ernst genug.

Was kann Ann besser machen: Sie kann ihr Anliegen ehrlich schildern. Wichtig ist dabei der passende Zeitpunkt. Zum Beispiel, wenn alle anderen Fragen geklärt sind und sich das Gespräch dem Ende zuneigt. Es sollte dabei unbedingt ein Vorschlag gemacht werden, wie die Arbeitszeit nachgeholt werden kann.

Praktikum = Zeitverschwendung? Schwierige Frage!

Yasmin möchte ganz genau wissen, was auf sie zukommt. Schließlich möchte sie durch das Praktikum viel Wissen für ihren Traumjob sammeln. Auf keinen Fall soll das Praktikum Zeitverschwendung sein. Daher fragt sie:

„Muss ich auch Fleißaufgaben machen?“

Warum diese Frage nicht gestellt werden sollte: Den Arbeitgeber dürfte das stutzig machen: Ist die Bewerberin einfach besonders ehrgeizig und leistungsfähig oder ist sie sich zu fein für einfache Aufgaben? Denn selbst wenn ein Praktikant mit fördernden und leistungsgerechten Aufgaben ausgestattet wird, kann so manche Fleißarbeit trotzdem anfallen. Dazu sollte jeder bereit sein.

Was Yasmin besser machen kann: Yasmin sollte konkret nach ihren Aufgaben fragen und sich dabei auch auf die Stellenanzeige beziehen. Steht in der Beschreibung zum Beispiel „Projektarbeiten“, könnte sie nachfragen, um welche es sich handelt. Auch die Arbeitsabläufe und die Betreuung während des Praktikums können angesprochen werden.

Bildquelle Titelbild:©Chris Brignola/unsplash

Nebenjob im Praktikum:©Rob Bye/unsplash

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