Die USA zählen zu den beliebtesten Ländern, wenn es um das Thema Auslandspraktikum geht. Doch nicht erst seit dem neuen Präsidenten Donald Trump ist es gar nicht so einfach, diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Wir erklären heute deshalb, wer ein Praktikum in den USA machen darf, wie sich das Einreiseverbot auf Doppelstaater auswirkt und welche Alternativen es gibt.

Wer darf ein USA-Praktikum machen?

Für ein Praktikum in den USA brauchst du das sogenannte J-1 Visum, und das wird für zwei verschiedene Zielgruppen ausgestellt:

1. Studierende und Absolventen (Interns)

Als Studierender oder Absolvent darfst du ein Praktikum von bis zu zwölf Monaten absolvieren. Voraussetzung ist, dass du mindestens zwei Fachsemester hinter dir hast. Ist dein Studium bereits abgeschlossen, so darf dies nicht länger als zwölf Monate her sein.

2. Absolventen mit Berufserfahrung (Trainees)

Hast du einen Studienabschluss und ein Jahr Berufserfahrung, kannst du ein bis zu 18-Monate langes Praktikum in den USA absolvieren. Besitzt du einen Ausbildungsabschluss, musst du fünf Jahre gearbeitet haben.

Darf ich trotz doppelter Staatsbürgerschaft ein Praktikum in den USA machen?

Ende Januar dieses Jahres erließ Donald Trump ein Einreiseverbot für Bürgerinnen und Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern. Nachdem die Bundesgerichte das Einreiseverbot gestoppt haben, hat Trump im März 2017 nun erneut ein Einreiseverbot verhängt. Diesmal trifft es Syrien, Jemen, Libyen, Somalia, den Iran und Sudan. Klagen sind bereits angekündigt.

Was bedeutet dies für deutsche Praktikanten, die eine zweite Staatsangehörigkeit aus einem der (nun sechs) betroffenen Länder besitzen?
Laut Auskunft der US-Behörden sind sogenannte Doppelstaater nicht betroffen, solange sie ein gültiges US-Visum im deutschen Pass vermerkt haben. Kritisch wird es bei der Beschaffung eines neuen Visums, denn dies kann sich nun erschweren. Da der Rechtsstreit noch nicht endgültig ausgetragen ist (Stand März 2017), empfehlen wir dir, die Entwicklung der Einreisebestimmungen in den Medien zu verfolgen.

Wo kann ich mich über die aktuelle Lage informieren?

Möchtest du ein Praktikum in den USA machen und benötigst die aktuellsten Informationen zu den Einreisebestimmungen, kannst du diese bei den Botschaften und Konsulaten der USA abfragen.

Welche Alternativen zu einem USA-Praktikum habe ich als Schulabgänger oder Abiturient?

1. Au Pair

Kochen, Hausaufgaben betreuen, Spiele spielen – als Au Pair dreht sich ein Jahr lang alles um die Kinder in deiner Gastfamilie. Auch hier sind die Voraussetzungen streng, aber von Schulabgängern zu erfüllen. So musst du zwischen 16 und 18 Jahre alt, ledig und kinderlos sein. Erfahrung mit Kindern ist sehr wichtig, weshalb du in Deutschland 200 Stunden in der Kinderbetreuung ableisten musst, bevor du dich in den Flieger setzten darfst.

Zusätzlich sind zwölf Schuljahre oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorgeschrieben. Und da du die Kinder ständig durch die Gegend kutschierst, solltest du auch den Führerschein Klasse B besitzen. In einigen US-Bundesstaaten reicht der deutsche Führerschein aber nicht aus: Man braucht zusätzlich einen internationalen Führerschein. Beim Straßenverkehrsamt in Deutschland kann man den problemlos beantragen und ist dann auf der sicheren Seite.

2. Freiwilligenarbeit/Volunteering

Die USA ist berühmt für seine Nationalparks. Ob Grand Canyon, Yellowstone oder Yosemite, genau hier kannst du arbeiten, wenn du dich für Freiwilligenarbeit in den USA (auch Volunteering genannt) entscheidest. Volunteering ist sogar mit dem kostenlosen Touristenvisum möglich. Du musst mindesten 18 Jahre alt sein, gute Englischkenntnisse besitzen und körperlich belastbar sein.

Was ist mit „Work and Travel“?

In den USA gibt es das sogenannte „Summer Work and Travel“. Aber auch dafür benötigst du das J-1 Visum. Hier gilt also wie beim Praktikum: Students only! Work and Travel ist damit leider keine Alternative zu einem Praktikum. Das Programm ist übrigens nicht mit Work and Travel in Australien, Neuseeland oder Kanada zu vergleichen. Denn anstatt ein Jahr lang frei und spontan zu reisen, darfst du lediglich vier Monate zwischen Juli und Oktober jobben. Idealerweise kannst du bereits vor Reiseantritt einen Arbeitgeber nachweisen. Einen weiteren Monat darfst du im Anschluss als Tourist im Land bleiben.

Bildquelle Titelbild © Victor Maschek/Shutterstock.com

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