Am 08.Juli öffnet die Berliner Fashion Week wieder ihre Pforten und lässt Modefans aus aller Welt in die Hauptstadt strömen und für kurze Zeit sogar die laufende Fußball WM vergessen. Modedesigner, die hier ihre Kollektion präsentieren, dürfen stolz sein, denn allein einen Studienplatz zu ergattern, ist so schwer, wie für Manuel Neuer ein Tor zu schießen (was, wie wir gesehen haben, nicht völlig unmöglich zu sein schein). Viktoria hat bislang alles richtig gemacht und sich nicht nur einen der begehrten Studienplätze, sondern obendrein noch einen Praktikumsplatz bei Peek & Cloppenburg Düsseldorf gesichert. Im Gespräch mit uns hat sie aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, wie sie ihren Platz in der Modewelt gefunden hat, welche Pläne sie verfolgt und welche Aufgaben sie in ihrem Praktikum meistert.

Ich treffe Viktoria im Düsseldorfer Review Store – dort, wo sie zurzeit ihr Praktikum im Modedesign absolviert. Schon auf den ersten Blick entspricht hier alles den Vorstellungen – Kleidungsstücke, wo man nur hinschaut, Showrooms, die sich kaum von den Peek & Cloppenburg Verkaufsräumen unterscheiden, Moodboards und natürlich viele, beschäftigte Designerinnen. Eine davon ist Praktikantin Viktoria.

Mode für die Eiszeit

Viktoria studiert an der HTW Berlin Modedesign im fünften Semester und hat sich gegen rund 800 Bewerber durchgesetzt. Zu verdanken hat sie dies aber nicht etwa ihrem Notenschnitt, denn um einen Studienplatz zu bekommen, muss man weit mehr leisten, als das Zeugnis einzureichen – es muss eine Bewerbungsmappe angefertigt werden. „Eine Mappe macht man nicht mal eben so“, berichtet Viktoria, „am besten nimmt man schon früh an einem Mappenkurs teil.“ Doch selbst der beste Kurs hilft nichts, wenn man das dazugehörige Talent nicht bereits besitzt. Zudem braucht man eigene Ideen, mit denen man sich von den anderen abhebt. Bietet man dann noch viele verschiedene Motive und Techniken an, umso besser. 60 der rund 800 Bewerber werden schließlich zum Eignungstest eingeladen. Viktoria bekam dort die Aufgabe, eine Modelinie für die Eiszeit zu entwerfen. Mit ihrem Entwurf sicherte sie sich einen der wenigen Studienplätze.

Von Berlin nach Düsseldorf

Doch der Einstellungstest der Uni ist nur der Anfang, denn für das fünfte Semester ist ein Praxissemester angesetzt. Den Praktikumsplatz organisieren die Studenten auf eigene Faust, was ohne Kontakte in der Modewelt jedoch schwierig ist. „Viele Studenten müssen das nächste Semester vorziehen, weil sie keinen Praktikumsplatz im Modedesign bekommen“, berichtet Viktoria. Sie hatte nach 30 Bewerbungen zwei Zusagen und entschied sich für Peek & Cloppenburg Düsseldorf und den damit verbundenen Umzug von Berlin ins rheinländische Modezentrum. „P&C unterstützt mich dabei zum Glück“, erzählt Viktoria. Aber das ist leider nicht selbstverständlich. Viele Praktikanten arbeiten unvergütet und müssen zudem die oftmals absurd hohen Mietkosten zahlen. Denn die interessanten Praktikumsplätze findet man nur selten in der Nachbarschaft, sondern nur in Paris, London oder eben Düsseldorf.

Moodboards, Shootings, Illustrator

Viktoria ist noch keine zwei Monate im Unternehmen, ihr Arbeitsalltag unterscheidet sich dennoch kaum von dem ihrer fest angestellten Kolleginnen. Sie erstellt Moodboards – Präsentationswände mit Stoffmustern, Bildern und Farbkarten zur Visualisierung der Kollektion und bereitet Fotoshootings sowie Präsentationen vor, bei denen die Kollektionen den Einkäufern vorgestellt werden. Was mich überrascht und zugleich erleichtert: Die Review Models sind ganz „normale“ junge Frauen und nicht die „Magermodels“, wie man sie oft vor Augen hat. Besonders wichtig ist zudem die Erstellung von technischen Zeichnungen. Dabei erfahre ich auch gleich, dass Modedesigner hierfür mit Programmen arbeiten, die auch Ingenieure nutzen. CAD, Illustrator, InDesign – ich bin überrascht, wie technisch der Beruf des Modedesigners ist.

Es muss nicht immer Haute Couture sein

Wer hier seinen Schwachpunkt hat, muss der Modebranche nicht automatisch den Rücken kehren, denn auch im Management und Journalismus können Modedesigner nach dem Studium arbeiten. Viktoria hat sich noch nicht festgelegt, in welchem Bereich sie später arbeiten wird, nur dass sie tragbare Mode machen möchte, ist ihr jetzt schon klar. Einzelne Teile dürfen aber natürlich auch etwas ausgefallener sein. „Generell muss man als Modedesignerin sehr kundenorientiert sein. Wer nur seine eigenen Ideen umsetzen möchte, der hat es sehr schwer.“ Für die Freigeister unter den Modedesignern gibt es neben der Gründung eines eigenen Labels nicht viele Möglichkeiten und ein Label zu gründen, verrät mir Viktoria, ist nicht nur mit Kontakten, sondern vor allem mit einem hohen Startkapital verbunden.

Kaltes Wasser Arbeitswelt?

Viktoria wirkt auf mich, als wäre sie bei Review ganz in ihrem Element, sodass ich mich frage, ob das Praktikum nicht eine ganz schön große Umstellung war. „Eigentlich nicht. Das Studium hat mich gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Trotzdem lerne ich hier sehr viel“ so Viktoria, „vor allem merke ich auch, wie wichtig die Arbeitsatmosphäre ist.“ Und an der gibt es in Düsseldorf nicht viel auszusetzen. Bevor es richtig losging, gab es eigens für die P&C Praktikanten einen „Stammtisch“, bei dem sich alle Neuzugänge in lockerer Umgebung kennenlernen konnten. Gerade für Praktikantinnen wie Viktoria, die neu in der Stadt sind, eine tolle Möglichkeit, Anschluss zu finden.

Wir wünschen Viktoria alles Gute und bedanken uns für das Interview.

Möchtest du in Viktorias Fußstapfen treten? Peek & Cloppenburg Düsseldorf sucht noch Praktikant/-innen im Bereich Modedesign!

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Autorin: Sabine Zagar

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