Studieren ohne Abitur? Kein Problem! Es gibt nämlich noch einen Abschluss, mit dem du ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität beginnen kannst: die Fachhochschulreife! Um die zu bekommen, musst du einen schulischen und einen praktischen Abschnitt abschließen. Den schulischen Teil erfüllst du zum Beispiel, indem du das Gymnasium bis zur 12. Klasse oder die 11. und 12. Klasse einer Fachoberschule besuchst. Der praktische Teil dagegen besteht entweder aus einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder aber aus einem Praktikum. Und um dieses Praktikum zum Erwerb der Fachhochschulreife geht es heute im Blog: Welche Arten von Praktika gibt es? Wo kannst du diese machen? Und welche Rechte hast du in einem solchen Praktikum?

Ein Fachabitur gibt es in Deutschland genau genommen eigentlich gar nicht. Mit dem Begriff werden umgangssprachlich verschiedene Abschlüsse bezeichnet, nämlich die Fachhochschulreife und die fachgebundene Hochschulreife. Was damit gemeint ist, ist regional und von der jeweiligen Schulform abhängig.

Pauken für die Fachhochschulreife

Wo kann man das Praktikum für den praktischen Teil der Fachhochschulreife machen?

Für das Praktikum zum Erwerb der Fachhochschulreife geeignet sind alle Unternehmen, Einrichtungen und Behörden, die in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf ausbilden dürfen. Berufskollegs, die Bundesagentur für Arbeit und Kammern wie die Handwerkskammer können mit ihren Kontakten dabei helfen, einen geeigneten Praktikumsplatz zu finden – und natürlich wir von meinpraktikum.de.

Auf meinpraktikum.de findet man jede Menge Praktika aus den verschiedensten Branchen. Selbst wenn noch kein geeignetes Praktikum ausgeschrieben ist, kannst du ruhig einfach mal bei den Betrieben nachfragen, ob sie nicht vielleicht Interesse an einem solchen Praktikum hätten.

Worauf muss ich bei der Auswahl meines Praktikums achten?

Das Praktikum sollte dir einen guten Einblick in die Arbeitsbereiche des Betriebs vermitteln. Das heißt, du solltest den Aufbau und die Funktion des Praktikumsbetriebs kennenlernen. Wie genau diese beiden Aspekte gewichtet werden, kann von Fachbereich zu Fachbereich unterschiedlich ausfallen. Außerdem solltest du nach einem Praktikumsvertrag fragen, in dem genau festgelegt wird, was dir während des Praktikums beigebracht werden muss. Am Ende des Praktikums steht dir zudem eine Bescheinigung bzw. ein Zeugnis durch den Betrieb zu.

Für die Fachhochschulreife braucht man ein Praktikum

Das halbjährige Praktikum

Wenn du die 11. und 12. Klasse einer Fachoberschule oder aber einen zweijährigen Bildungsgang einer Berufsfachschule besucht hast, dann hast du damit den schulischen Teil der Fachhochschulreife erfüllt. Um nun auch noch den praktischen Teil für den Erwerb der Fachhochschulreife zu erfüllen, musst du ein anschließend ein Praktikum mit einem Gesamtumfang von 800 – 960 Stunden absolvieren. Wie viele Stunden genau benötigt werden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Praktikum findet bei ein- und demselben Betrieb in Vollzeit statt – bei einer 40-Stunden-Woche kommst du also auf ein halbes Jahr.

Bei einem solchen halbjährigen Praktikum spricht man von einem „einschlägig-gelenkten“ Praktikum:

  • Gelenkt bedeutet, dass deine Schule die Beratung bezüglich der Inhalte und Durchführung des Praktikums übernimmt – jedoch nicht die Aufsicht.
  • Einschlägig bedeutet, dass man sein Praktikum in einer Einrichtung ableisten muss, welche die gleiche Fachrichtung hat wie die Schule, die man zum Erwerb der Fachhochschulreife besucht hat.

Das einjährige Praktikum

Wer den schulischen Teil der Fachhochschulreife über die 12. Klasse der gymnasialen Oberstufe, eines beruflichen Gymnasiums, Abendgymnasiums, eines Kollegs oder durch die Abiturprüfung der Waldorfschule erworben hat, muss ein mindestens einjähriges gelenktes, schulbegleitendes Praktikum nachweisen können. Das Praktikum soll dabei dem Umfang der Tätigkeit einer Vollzeitarbeitskraft entsprechen. Urlaub darfst du während dieser Zeit nur in den Schulferien nehmen. Der Vorteil dieses Praktikum ist, dass man seinen Praktikumsbetrieb freier wählen kann, weil man nicht an eine Fachrichtung gebunden ist – anders also als beim halbjährigen, einschlägigen Praktikum.

Der schulische Teil der Fachhochschulreife bedeutet lernen

Was du sonst noch wissen musst:

  • Das Praktikum zum Erlangen der Fachhochschulreife muss leider nicht vergütet werden, da es dem Schulrecht nach ein „verpflichtendes Praktikum“ ist – und das fällt eben nicht unter das Mindestlohngesetz. Wenn dir dein Betrieb eine Vergütung ausstellt, dann ausschließlich aus Kulanz.
  • Einige Hochschulen verlangen praktische Erfahrung als Zulassungsvoraussetzung für ein Studium. Das Praktikum zum Fachabitur kann, muss aber nicht als eine solche praktische Erfahrung gewertet werden. Man sollte sich also bereits im Vorfeld informieren, ob das gewünschte Praktikum die Anforderungen der Wunschhochschule erfüllt.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit im Praktikum richtet sich bei Jugendlichen unter 18 Jahren nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz, bei Volljährigen nach dem Arbeitszeitgesetz. Jugendliche dürfen maximal 40, Volljährige maximal 48 Stunden in der Woche arbeiten. Sonn- und Feiertage sind eigentlich arbeitsfrei. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Allerdings muss für jeden gearbeiteten Sonntag innerhalb von 14 Tagen ein Ersatzruhetag gewährt werden.

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Bildquelle Lernen am Computer: © MAROQUOTIDIENPLUS /unsplash

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