Vor einiger Zeit hast du dich für ein mehrmonatiges freiwilliges Praktikum entschieden, um etwas Berufserfahrung zu erhalten und deinen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Deine Bewerbung war erfolgreich und du wurdest eingestellt. Leider hast du ganz vergessen, dass innerhalb der vereinbarten Praktikumsdauer genau die Tage liegen, in denen du eine 10-tätige Urlaubsreise mit deiner besten Freundin geplant hast. Deine Freundin hat sich sogar schon Urlaub genommen und redet über nichts anderes mehr. Was nun?

Grundsätzlich ist es so, dass ein Praktikant unter bestimmten Bedingungen Urlaubsanspruch hat. Dass es sich bei deinem Praktikum um ein freiwilliges Praktikum handelt, ist schon mal ein sehr großer Vorteil, denn sein Zweck ist es, Praxiserfahrungen in einem bestimmten Berufsfeld zu erlangen. Aufgrund dieser Intention wirst du in arbeitsmarkttechnischer Hinsicht als Arbeitnehmer angesehen und jeder Arbeitnehmer hat laut Bundesurlaubsgesetz Anspruch auf (Erholungs-)Urlaub mit Bezahlung.

Sind wir jetzt mal ganz juristisch korrekt: Das BUrlG veranschlagt einem Praktikanten, wie jedem anderen Arbeitnehmer auch, im freiwilligen Praktikum pro Jahr mindestens 24 Urlaubstage beziehungsweise bezahlten Erholungsurlaub (§1 und §3). Du solltest allerdings auch wissen, dass dir dieser Urlaub erst nach einer gewissen Wartezeit gewährt wird. Die Wartezeit beträgt (laut §4 BurlG) mindestens sechs Monate. Anders gesagt: Der Urlaubsanspruch im Praktikum ist nur gegeben, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Also kein Urlaub für kurze Praktika?

Keine Sorge, wenn du kein Jahrespraktikum machst und damit die Praktikumsdauer kürzer ist als 12 Monate, steht dir trotzdem Urlaub zu, und zwar zwei Tage pro Monat. Du hast quasi Anspruch auf einen Teilurlaub des Jahresurlaubs in Höhe von 1/12. Um Anspruch auf diese Urlaubstage zu haben, muss dein Praktikum allerdings mindestens einen Monat betragen. (Möchtest du diese Aspekte genauer nachlesen, informiert dich §13 des Bundesurlaubsgesetzes. Hast du einen tariflich geregelten Praktikumsvertrag können auch abweichende Regelungen zutreffen.)

Was ist aber mit deinem Urlaubsanspruch, wenn du aufgrund deiner Studienordnung ein Pflichtpraktikum machen musst und es sich nicht um ein freiwilliges Praktikum handelt?

Leider hast du keinen Anspruch auf Urlaub, wenn du ein Pflichtpraktikum machst, weil das Praktikum somit ein Bestandteil deines Studiums ist. Du bist also primär Student und nicht Praktikant. Trotz der ‚Überschattung‘ deines Praktikums mit dem Attribut ‚Pflicht‘ hast du natürlich die Möglichkeit, mit deinem Arbeitgeber ganz unverbindlich über Erholungsurlaub zu verhandeln. Das ist sogar zu empfehlen, besonders, wenn dein Praktikum sechs Monate oder länger dauert.

Wie sieht es mit Praktikanten aus, die noch nicht volljährig sind? Unter 18-Jährige stehen in der Obhut des Jugendschutzgesetzes. Jenes schreibt den Arbeitgebern vor, den jugendlichen Praktikanten einen bezahlten Erholungsurlaub pro Jahr zu erlauben.

Wie du siehst, hast du in einem freiweilligen Praktikum, das mindestens einen Monat beträgt, Anspruch auf Urlaub. Alle Winterpraktikanten können also zumindest für ein paar Tage in die Sonne entfliehen. Machst du ein freiwilliges Jahrespraktikum hast du nach Ablauf der so genannten Wartezeit Anspruch auf 24 Urlaubstage im Jahr.

Na, dann steht der Reiseplanung mit deiner besten Freundin ja nichts mehr im Weg, oder? Falls ihr noch nichts gebucht habt, haben wir noch einen Tipp für euch. Schaut doch mal bei urlaubsguru.de vorbei! Gerade als Praktikant bzw. Student ist man ja öfter etwas knapp bei Kasse und freut sich, über gute Urlaubstipps. Daniel bloggt hier unter anderem über tolle Pauschalreisen zu Schnäppchenpreisen, Reise-Specials, Hotel-Tipps und und und. Erholung ist also auch für Praktikanten mit kleinem Geldbeutel drin!

Text by Claudia Sommer

Bildquelle Titelbild © igor.stevanovic/Shutterstock.com

Teilen: