Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Es muss tatsächlich jemand an der Uhr gedreht haben. Oder wo sind die letzten drei Jahre geblieben? Gestern saß man doch noch mit seinem Zulassungsbescheid vor dem Studierendensekretariat, um sich einzuschreiben und heute hat man schon die Exmatrikulation im Briefkasten und keinen Plan, was die Zukunft bringt. Das Bachelor-Studium ist bestanden, das Zeugnis hält man in den Händen und über dem Kopf schwebt ein großes Fragezeigen: Was nun?

Studierst du noch oder praktizierst du schon?

Die Frage nach dem Beruf hast du von Semester zu Semester geschoben und plötzlich wird dir bewusst, dass nun auch das sechste und somit letzte Semester zu Ende ist. Wenn du aber immer noch keinen Plan hast, was du nach dem Studium machen willst, kannst du am Besten in ein paar Berufe deiner Branche hineinschnuppern. Wahrscheinlich bist du während deines Studiums sowie nicht darum herumgekommen, ein Praktikum zu machen. Falls du aber tatsächlich zu der aussterbenden Art des Nicht-Praktikantosaurus gehören solltest, ist es jetzt höchste Eisenbahn. Mit einem Praktikum findest du heraus, wie der Arbeitsalltag in den jeweiligen Berufen aussieht und ob der Job zu dir passt. Du kannst entweder innerhalb eines Unternehmens zwischen den unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Vertrieb, Management und Redaktion wechseln oder Erfahrungen in mehreren Firmen sammeln. Die Chancen auf eine anschließende Übernahme stehen auf jeden Fall immer gut.

Doppelt hält besser!

Hat dir das Praktikum nicht die erwartete Erleuchtung gebracht und hast du immer noch keinen Plan womit du in Zukunft dein Geld verdienen willst, solltest du dich nach Alternativen umblicken. Nach einem Bachelor kannst du noch einen Master anhängen und dich so weiter spezialisieren. Das kann deinem Studium oft die entscheidende Richtung bringen und dich für bestimmte Berufe besonders gut geeignet machen. Wenn du lieber etwas ganz anderes machen willst, kannst du immer noch ein Zweitstudium in einem anderen Studiengang absolvieren. Oft ähnlichen sich die Studiengänge und du kannst es aus Aufbaustudium oder eine Erweiterung ansehen. Wenn dir die Zukunftsaussichten deines jetzigen Studiums gar nicht zu sagen, solltest du die Richtung wohl besser ganz ändern. Oder hast du schon einmal darüber nachgedacht, eine Ausbildung zu machen? Mit einem abgeschlossenen Studium besteht oft sogar die Möglichkeit, dass du deine Ausbildung verkürzen kannst.

Tu was Gutes für die Gesellschaft!

Wenn du das Thema Praktikum bereits abgeschlossen hast, aber nicht faul auf der Haut liegen willst, kannst du mit einem freiwilligen sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst deinen Horizont erweitern und der Gesellschaft etwas Gutes tun. Die meisten absolvieren das freiwillige soziale Jahr nach dem Abitur, aber auch während bzw. nach deinem Studium ist soziales Engagement immer willkommen. In sozialen Einsatzstellen wie Jugendeinrichtungen, Sportvereinen oder kulturellen Institutionen lernst du als Freiwilliger die Arbeit und die Menschen dort näher kennen. Meistens erhältst du als Freiwilliger sogar Taschengeld und teilweise auch eine Unterkunft sowie die tägliche Verpflegung. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Dienst dir neue Perspektiven eröffnen kann und dich in Kontakt mit Menschen bringt, denen du sonst wahrscheinlich nie begegnet wärst.

Goodbye Deutschland – Hello world!

Getreu dem Motto „Ich bin dann mal weg“ kannst du deine soziale Ader natürlich auch im Ausland ausleben. Abgesehen davon, dass du dein freiwilliges soziales Jahr auch außerhalb Deutschlands absolvieren darfst, kannst du beispielsweise auch als Au-pair Kinder betreuen. So lernst du das Leben in einer bisher fremden Kultur kennen und bist Teil einer neuen Familie. Natürlich ist es nett, neben dem Geld auf deinem Konto auch deinen fremdsprachlichen Wortschatz wachsen zu sehen. Wenn du gerne viel vom Land sehen willst, ist „Work and Travel“ wohl die beste Option für dich. Du reist umher und hältst dich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Der Fokus liegt hier nämlich eindeutig nicht darauf, möglichst viel Geld zu verdienen und zu sparen, sondern darauf, so viel wie möglich unterwegs zu sein. Wofür auch immer du dich entscheidest, setz dich selbst nicht zu sehr unter Druck, sondern lass dir Zeit, das zu finden, was wirklich zu dir passt.

Falls du immer noch keinen Plan hast, kannst du dich für Inspirationen zum Thema Praktikum oder Ausbildung auf jeden Fall nochmal bei uns umschauen.

Bildquelle: idealistock/thinkstock

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