Jeder Ratgeber rät einem, spätestens zwei, besser schon drei Monate vor Prüfungsbeginn mit den Vorbereitungen loszulegen. Weil man ja erstmal seine Uni-Unterlagen sichten und nach Relevanz ordnen muss. Nur, um dann festzustellen, dass man aus den Vorlesungen Null Komma Null behalten hat. Und dass die Mitschriften, wenn sie denn existieren, unvollständig sind. Oder vom Hund gefressen wurden. Startet man den Lern-Marathon also früh genug, kann man all das locker ausgleichen. Aber mal Hand auf’s Herz: Bei wem läuft die Prüfungsvorbereitung wirklich so reibungslos ab? Fast jeder kennt den halben Herzinfarkt beim Blick in den Ordner mit der Aufschrift „klausurrelevant“. Um euch den Angstschweiß ein bisschen zu trocknen, haben wir euch ein paar Tipps und Tricks zur Prüfungsvorbereitung zusammengestellt.

Dein Typ wird verlangt

Man lernt am besten, wenn man weiß, wie man lernt – und welcher Lerntyp man ist. Auch wenn das jetzt ein bisschen nach Westentaschenpsychologie klingt: Es lohnt sich, zu überlegen, zu welcher Kategorie man selbst gehört. Ob man sich Dinge am besten dann merken kann wenn man sie sieht, hört, mit anderen bespricht oder beim Lernen durch’s Zimmer läuft. Oder man ist ein Mix aus mehreren Lerntypen.

image

Gib mir ein P! Gib mir ein R! Gib mir ein O! Gib mir ein K! …

Prokrastination (lat.: procrastinatio; dt.: chronische Aufschieberitis, oder die ‚mach ich gleich/morgen/am Sanktnimmerleinstag-Störung‘) ist eine Krankheit, an der wir wahrscheinlich fast alle leiden. „Eigentlich wollte ich ja lernen, aber dann hat ein Kumpel von mir dieses lustige Katzenvideo auf Facebook gepostet …“ hat jeder schon erlebt. Wenn etwas ansteht, worauf man keine Lust hat, sind wir dankbar für jede Ablenkung. Da wird dann plötzlich sogar der große Frühjahrsputz eine Option, obwohl man eigentlich für’s Physikum lernen sollte. Oder der Keller muss sofort ausgemistet und das Dach neu gedeckt werden.

image

Ein Zeitplan muss her

Zumindest ein grober. Geh deine Unterlagen durch und check auch zur Sicherheit nochmal deine Seminarpläne. Wenn du merkst, dir fehlt was, erkundige dich bei deinen Kommilitonen und schau ins E-Learning-System deiner Uni (falls sie so etwas hat), ob deine Dozenten dort Testklausuren hinterlegt haben. Die gute Nachricht: Eine Faustregel besagt, dass man spätestens nach einer Stunde Lernerei eine Pause einlegen sollte. Sonst bekommt unser armes Hirn zuviel Input, den es nicht mehr verarbeiten kann. Die schlechte Nachricht: Für Katzenvideo-Süchtige können schon 60 Minuten zu Entzugserscheinungen führen. Hardcore-Prokrastinierer teilen sich also am besten mehrere Pausen in der Stunde ein, halten sich dann aber auch daran.

image

Es konnte keine Verbindung zum Internet hergestellt werden

Der wichtigste Tipp von allen: Internetverbindung kappen. Erklärt sich von selbst. Für alle, die es vorziehen in der Uni zu lernen: Besorgt euch niemals das w-lan-Passwort der Bibliothek. Niemals!

Spickzettel schreiben macht klug

Um das direkt klarzustellen: Wir plädieren nicht für’s Schummeln während einer Klausur. Trotzdem lohnt es sich, während der Prüfungsvorbereitung Spickzettel zu schreiben (und ihn dann Zuhause zu lassen). Wenn du nämlich gezwungen bist, all dein Wissen so zu komprimieren, dass die wichtigsten Infos auf einen winzigen Zettel passen, merkst du dir automatisch das Wesentliche. In den meisten Fällen bringt es dir ohnehin viel mehr, wenn du die groben Zusammenhänge des Lernstoffes verstehst und verknüpfen kannst, als die vielen kleinen Details auswendig zu können. Die du danach eh wieder vergessen hast.

image

Nicht verrückt machen lassen

So ungefähr jeder hat mindestens einen Kommilitonen der folgenden Art: „Hach, ich hab ja solche Angst vor der Prüfung. Hab auch bis jetzt kaaaaaaum was gemacht. Ich hab den großen Anatomieatlas auch erst bis Seite 786 auswendig gelernt … und du?“ Äh, ja. Was soll man dazu bitte noch sagen? „Danke für das schlechte Gefühl“? Immerhin liegt dein Anatomieatlas noch unberührt irgendwo in der Ecke. Also am besten einfach nett lächeln und winken.

Wichtig ist, dich nicht mit anderen zu vergleichen. So eine Prüfungsvorbereitung ist kein Wettkampf, bei dem eine allgemeingültige Strategie zum Sieg führt. Hauptsache, du hast deinen eigenen Lernplan im Kopf, das Material zusammen und Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten. Dann wird das schon. Viel wünschen viel Erfolg bei der nächsten Prüfung!

image

Autorin: Laura Zink 

Titelbild: OcusFocus/Thinkstock

Teilen: