In den meisten Studiengängen gehört es dazu, wie verkochte Nudeln zum Mensaessen: das Pflichtpraktikum. Da klang es doch wie Musik in den Ohren, als es hieß, der Mindestlohn würde auch für Praktikanten eingeführt. Die Ernüchterung folgte schnell, denn der Mindestlohn gilt nicht für Pflichtpraktika im Rahmen des Lehrplans.

Warum werden Pflichtpraktika nicht beim Mindestlohn berücksichtigt?

Warum das so ist, können wir dir leicht erklären. Das Pflichtpraktikum ist Teil deines Studiums. Und da du für Seminare, Vorlesungen und Tutorien kein Gehalt bekommst, gilt das auch für dein Praktikum. Das Mindestlohngesetzt hat daran nichts geändert, denn schon vor der Einführung des Mindestlohns hatten Pflichtpraktikanten kein Recht auf ein Gehalt.

Heißt das jetzt, man bekommt im Pflichtpraktikum 0,00 Euro?

Nein, das heißt es wiederrum auch nicht. Denn niemand kann den Unternehmen verbieten, dir ein Praktikumsgehalt zu zahlen. Und in der Praxis vergütet die klare Mehrheit der Unternehmen auch die Pflichtpraktikanten. Allerdings ist es möglich, dass dein Gehalt niedriger als der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde ausfällt. So würdest du bei einem freiwilligen Praktikum mit einer 40-Stunden-Woche rund 1470 Euro brutto im Monat kassieren. Bei einem Pflichtpraktikum liegt das durchschnittliche Gehalt dagegen zwischen 400 und 800 Euro.

Bildquelle Titelbild © Nattapol Sritongcom/Shutterstock.com

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