Mit einem Praktikum im Zoo verbinden viele automatisch den Beruf des Tierpflegers und die Arbeit mit vielen exotischen Tieren von Affen bis Zebras. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit, in die Zooarbeit hineinzuschauen: In der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen kann man sich auch als Praktikant im Tiermanagement versuchen. Sabine Haas hat uns in einem Telefoninterview verraten, was es damit auf sich hat und aus dem spannenden Zoo-Alltag erzählt.

Tiermanagement – ein Berufsfeld von dem bisher vermutlich die wenigstens schon einmal etwas gehört haben. Was hat man sich darunter genau vorzustellen?

Die meisten kennen die Berufsfelder des Zoodirektors und des Tierpflegers. Den Zoodirektor gibt es aber nur noch in den wenigsten Zoos, da der Geschäftsführer inzwischen meistens ein Kaufmann ist.

Das Zoologische Management ist eine eigene Abteilung im Betrieb Zoo. Meist besteht sie aus dem Zoologischen Leiter, Biologen, einem Tierarzt und Kuratoren, die z.B. für bestimmte Tierarten zuständig sind. Bei uns in der Zoom Erlebeniswelt sind die Kuratoren auch für bestimmte Bereiche zuständig, also z.B. Alaska, Asien, Afrika. Das aber ist von Zoo zu Zoo unterschiedlich.

Die Aufgaben sind wirklich vielfältig: von der Zusammensetzung der Tiere, welche Tiere wo gezeigt werden, welche Arten zusammen passen und auch welche Tierindividuen zusammenkommen dürfen, usw. Zum Beispiel, darf ein Schafbock nur zu bestimmten Zeiten zu seinen Frauen, ansonsten verbringt er seine Zeit im Kloster. Sonst würde durch den Nachwuchs irgendwann die Anlage gesprengt. 😉

Außerdem gehört zu den Aufgaben eines Tiermanagers auch der Kontakt zu anderen Zoos, Erfahrungsaustausch bei neuem Anlagenbau, und das Führen von Zuchtbüchern. Für gefährdete Tierarten gibt es europaweit geführte Zuchtbücher, bei uns wird z.B. das Zuchtbuch für Giraffen geführt. Dort stehen Details zur Tierernährung drin, was passiert bei einer Handaufzucht und vieles mehr.

Also eigentlich alles, was so hinter dem Zoo steckt?

Genau.

Wie sieht so ein typischer Praktikumstag im Bereich Tiermanagement aus?

Üblicherweise laufen die Zoologen morgens erst einmal durch den Zoo, denn sie müssen jedes Tier einmal am Tag sehen. Auch der direkte Kontakt zu den Tierpflegern ist dabei ganz wichtig. Die Pfleger können so berichten, ob irgendetwas Besonderes vorgefallen ist oder ein Tier sich anders verhält. Je nachdem was anliegt, ist der restliche Tagesablauf sehr unterschiedlich. Ob man eine Tierärztin bei einer Operation begleitet, Daten für die Zuchtbücher zusammenträgt oder Anfragen an andere Zoos stellt – jeder Tag ist sehr abwechslungsreich.

Das ist ja sicher kein Job für jedermann. Was für Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen sollte man für dieses Praktikum mitbringen? Eine Tierallergie ist vermutlich nicht von Vorteil… 😉

Klar, man sollte keine Tierhaarallergie und auch keine Heu-Allergie haben, denn auch damit kommt man viel in Kontakt. Eigentlich sind Praktikanten im Tiermanagement immer Biologen oder Veterinäre. Man muss in der Lage sein, körperlich große Anforderungen durchzustehen. Häufig ist man acht Stunden auf den Beinen und rennt durch den Zoo. Dabei kann es auch mal dreckig werden, wenn zum Beispiel ein Tier transportiert wird. Es ist also nicht nur ein Schreibtischjob.

Aber es gehört auch dazu, sich gut ausdrücken zu können. Englischkenntnisse sollte man auch haben, denn auch im Ausland muss man Kontakt mit anderen Zoos aufnehmen. Generell sollte man einfach Spaß an der Sache haben und Lust, etwas zu lernen.

Was man sonst noch alles in der Zoom Erlebniswelt als Praktikant machen kann, erfahrt ihr im zweiten Teil unseres Interviews in den nächsten Tagen.

Titelbild: Natalia Kirichenko/Shutterstock

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