Ein Praktikum kann eine wunderbare Erfahrung sein. Man lernt nette Leute kennen und sammelt wertvolle Einblicke in die weite Berufswelt. Wie toll diese Zeit wird, hängt aber auch vom Praktikanten ab. Wenn du auf der Betriebsfeier um 2 Uhr in der Nacht denkst, jetzt wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, mal per Du mit dem großen Konzernführer zu werden, du dann aber nur eine Mischung aus wirrem Genuschel und Bierfahne aus dir herausbekommst, dann hinterlässt das vielleicht nicht einen ganz so blendenden Eindruck. Vielleicht ist es auch nicht die beste Idee, der Leiterin des Kindergartens an deinem ersten Tag unter die Nase zu reiben, deine Methoden, die du dir von der Supernanny abgeguckt hast, würden Problemkind Kevin sicher besser bändigen. Und dass du gerade Momo gelesen und daher Angst vor Herren in grauen Anzügen hast, ist noch lange kein Grund, bei deinem Praktikum im Versicherungsunternehmen im grellen Batic-Minirock aufzukreuzen. Damit dein Praktikum nicht zu einem peinlichen Desaster wird, verraten wir dir ein paar Fettnäpfchen, auf die du während deines Praktikums besonders Acht geben solltest.

Kein Mensch mag Klugscheißer

Du machst ein Praktikum in erster Linie, um etwas zu lernen. Manchmal ist es vielleicht nicht einfach, die nötige Wissbegierde zu zeigen. Vielleicht kennst du dich mit einigen der gezeigten Dinge schon aus, vielleicht hältst du dich in Manchem sogar für bewanderter als dein Vorgesetzter. Trotzdem, behalte es lieber erst einmal für dich. Lass auf keinen Fall den Besserwisser raushängen, der schon alles kann. Hör dir aufmerksam alles an und schau geduldig zu. Wenn du wirklich so kompetent bist, wie du denkst, wird das den Verantwortlichen schon nicht verborgen bleiben. Man wird dir eher anspruchsvollere Aufgaben anvertrauen, wenn du nicht laut rum tönst, wie allwissend du doch bist.

Party on!

Viele Unternehmen veranstalten gerne mal eine Betriebsfeier. Zu Weihnachten, zu Geburtstagen im Vorstand oder einfach mal so, um das Betriebsklima aufzuwärmen. Für dich als Praktikant gilt dabei: hab Spaß, aber übertreibs´ nicht. Wer zu tief ins Glas schaut, der leistet sich vielleicht versehentlich einen dummen Schnitzer. Im Rausch ist schnell mal ein unvorsichtiges Wort herausgerückt. Natürlich darfst du mit anstoßen, aber pass auf, dass du Herr deiner Sinne bleibst. Wer den attraktiven Chef anflirtet oder denkt, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, ihm mal ordentlich die Meinung zu sagen, der hat am nächsten Tag vermutlich größere Sorgen als einen kleinen Kater.

Frech, forsch und vorlaut

Kommst du als Praktikant neu in ein Unternehmen, dann fühlst du dich am Anfang vielleicht etwas fremd. Viele Kollegen kennen sich seit Jahren, haben ihre Insider und sind ein eingespieltes Team. Doch keine Sorge, ein höflicher und zuvorkommender Mensch wird auch in der eingeschworensten Gruppe herzlich aufgenommen. Sei nett zu allen und biete deine Hilfe an, wenn sich die Möglichkeit gibt, dann wächst du ganz automatisch hinein. Und ein wenig Schüchternheit kommt auf jeden Fall besser an als Frechheit oder ein allzu forsches Auftreten. Halte dich mit derben Späßen und Sprüchen erst mal zurück und aus Lästereien im Flurfunk sowieso heraus. Patzige Antworten und Hochnäsigkeit solltest du dir erst recht verkneifen und stattdessen vom Geschäftsführer bis zum Hausmeister jedem mit dem nötigen Respekt begegnen. Das gilt natürlich auch für deine Zeit nach dem Praktikum!

Dresscode: Angemessen

Manch Unternehmen wird es relativ egal sein, was du während der Arbeitszeit trägst. In Redaktionen oder Kreativschmieden hat man meistens nichts gegen deine ausgelatschten Sneakers oder dein Metallica-T-Shirt. Wenn dein Arbeitgeber aber Wert auf ein seriöses Image legt, dann solltest du dich auch an den dortigen Dresscode halten. Wenn deine Kollegen und Vorgesetzten in Anzügen und Hemden herumlaufen, solltest du deine löchrigen Jeans vielleicht lieber im Schrank lassen. Auch zu auskunftsfreudige Oberteile und Röcke bleiben eher der Party im Club vorbehalten. Denn das hat dann nichts mehr mit individuellem Lifestyle zu tun, sondern ist schlicht und einfach respektlos und deplatziert.

Ab in den Urlaub

Bei vielen Praktika hast du Anspruch auf Urlaub. Klar, wer viel leistet, der muss auch mal den Tank auffüllen. Doch vorher solltest du auch erst mal was leisten. Wenn du dir direkt zu Beginn deines Praktikums direkt zwei Wochen frei nimmst, dann macht das sicher nicht den engagiertesten Eindruck. Wo ist eigentlich der Praktikant? Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, auch im späteren Berufsleben, aber wir erwähnen es trotzdem: wenn du mal krank oder sonst irgendwie verhindert bist, dann sag deinem Arbeitgeber auf jeden Fall Bescheid. Unentschuldigtes Fehlen ist eines der ganz großen No-Gos für Praktikanten. Auch häufiges Fehlen und permanentes Zuspätkommen sind natürlich nicht die besten Voraussetzungen für ein gutes Praktikumszeugnis.

Surfer Dude

Bei vielen Praktika wirst du am Computer arbeiten, und die meisten davon sind mit dem Internet verbunden. Das heißt aber nicht, dass du dich permanent auf Facebook & Co. rumtreiben darfst. Auch wenn du denkst, das bekommt niemand mit, wird es irgendwann negativ auffallen, dass du häufig auf deinen Lieblingssites rumhängst. Das gilt natürlich auch für dein Handy. Lass es lieber in der Tasche, anstatt ständig daran herumzufummeln oder zu Whatsappen.

In bester Erinnerung

Du hast es vermutlich schon gemerkt: die meisten No-Gos verhindert eigentlich schon der gesunde Menschenverstand. Falls nicht, dann halte dich einfach an diese kleinen Tipps. So wirst nicht nur du das Praktikum in bester Erinnerung halten, sondern das Unternehmen auch dich!

Autor: Björn Remiszewski

Bildquelle: IPGGutenbergUKLtd./Thinkstock

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