Wer ist der beste Praktikant, den ein Unternehmen nie gesucht hat? Du! Denn es zieht dich zu diesem einen Laden mit dem coolen Social-Media-Auftritt, der dich total anspricht? Oder zu diesem Spieleentwickler, dessen Games du schon seit Kindheitstagen liebst? Oder zur Zeitschrift, deren Themen dich fesseln? Das einzige Problem: Es ist keine Stelle frei. Zeit für eine Initiativbewerbung.

Step 1: Recherche

Du hast deine Traumfirma gefunden? Dann heißt es jetzt: Stalke das Unternehmen! In welchen Bereichen wird dort gearbeitet? Welche freien Stellen sind gerade ausgeschrieben und welche Anforderungen werden dort genannt? Zu welcher Abteilung würden deine Qualifikationen passen? Und das Entscheidende: Wird zurzeit an einem besonderen Projekt gearbeitet, für das sich ein kluger Kopf wie du eignet? Um das zu erfahren, solltest du die Newsseite des Unternehmens checken oder die Wirtschaftspresse durchforsten.

Initiativebewerbung Recherche

Step 2: Suche den richtigen Ansprechpartner

Bei einer Initiativbewerbung gehört es dazu, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Das anonyme „Sehr geehrte Damen und Herren“ im Bewerbungsschreiben stößt nur selten auf Begeisterung. Vielleicht findest du ja schon im Internet heraus, wer der Personalverantwortliche ist. Sind zum Beispiel nur Festanstellungen oder Ausbildungsplätze ausgeschrieben, dann schau, wer in diesen Ausschreibungen als Adressat genannt wird, und schick deine Bewerbung dorthin. Ansonsten kannst du auch einfach im Unternehmen anrufen und dich nach dem Ansprechpartner erkundigen.

Tipp:
Nicht nur der Ansprechpartner, sondern auch der Firmenname ist in der Bewerbung entscheidend. Nenne diesen auf jeden Fall ein oder mehrmals im Anschreiben, damit der Personaler nicht das Gefühl hat, es wäre eine Massenmail. Zudem solltest du unbedingt darauf achten, dass der Name des Unternehmens immer richtig geschrieben ist – auch im Kopf des Anschreibens. 

Step 3: Initiativbewerbung: Wie fange ich an?

Als Anfangssatz solltest du nicht „Hiermit bewerbe ich mich…“ aus einem 08/15-Muster wählen, da diesen Satz sowieso kein Personaler mehr lesen kann. Stattdessen solltest du beschreiben, wie du ausgerechnet auf dieses Unternehmen gekommen bist. Sei dabei gerne etwas mutiger und wähle einen Anfang, der direkt das Interesse des Personalers weckt.

Beispiel:

„Sehr geehrte Frau Becker,  

erst letzte Woche habe ich einen interessanten Artikel über nachhaltige Ernährung im Wochenblatt gelesen, wobei mich der Beitrag, den Ihr Unternehmen dazu leistet, besonders fasziniert hat. Und da ich selbst großes Interesse an diesem Bereich hege und zudem Umweltwissenschaft studiere, konnte ich nicht anders, als mich bei Ihnen um ein Praktikum zu bewerben. (…)“  

Step 4: Die eigenen Fähigkeiten in den Fokus rücken

 „Das bin ich, das kann ich, das möchte ich lernen – hätten Sie da nicht etwas für mich?“ Das ist im Grunde das Gerüst deiner Initiativbewerbung. Dabei stehen sowohl Motivation als auch Qualifikation im Vordergrund. Am besten machst du in deiner Bewerbung deutlich, wieso von diesem Praktikum beide Seiten gewinnen – du vom Unternehmen und das Unternehmen von deinen Skills.

Folgende Fragen solltest du in deiner Initiativbewerbung beantworten:  

  • Wieso bewerbe ich mich ausgerechnet dort?
  • Welche Qualifikationen bringe ich als Bewerber mit?
  • Wie kann ich das Unternehmen unterstützen?
  • Was erwarte ich von dem Praktikum?

Step 5: Welche Unterlagen gehören in die Initiativbewerbung?

Natürlich kannst du auch eine Kurzbewerbung an deine Wunschfirma verschicken und zum Beispiel auf Zeugnisse verzichten. Allerdings machst du auch nichts falsch, wenn deine Initiativbewerbung genauso vollständig ist wie eine normale Bewerbung. Wenn der Arbeitgeber Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse des Bewerbers auf einen Blick hat, sieht er womöglich gleich, was für ein Potential er oder sie mitbringt.

Bewerbungsunterlagen

Step 6: Kontaktiere das Unternehmen!  

Eine Initiativbewerbung ist ja schön und gut, aber da geht sogar noch mehr: Versuche zusätzlich noch auf anderen Wegen den Kontakt zum Unternehmen herzustellen. Überprüf doch mal dein Netzwerk und schau, ob du vielleicht jemanden kennst, der mit Mitarbeitern des Unternehmens befreundet ist und dir ein paar Tipps geben könnte. Vielleicht kann dich diese Person deinem potentiellen Arbeitgeber sogar empfehlen. Oder du besuchst Messen oder Events, auf denen die Firma vertreten ist und versuchst so mit dem Personaler oder der Führungskraft ins Gespräch zu kommen. Oder aber du lässt einen Kommentar zu den besonders interessanten Facebook-Posts da, um dein ehrliches Interesse an den neuesten Projekten auszudrücken.

Step 7: Warten auf eine Antwort

Eine bestimmte Frist gibt es leider nicht, bis wann das Unternehmen auf eine Bewerbung reagieren muss. Bei einer Initiativbewerbung kann das sogar etwas länger dauern, weil für dich vielleicht sogar extra eine Stelle geschaffen werden muss. Sind allerdings zwei Wochen rum, kannst du ruhig mal dort anrufen und einfach nachfragen, wie der Stand ist.

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