Wenn die Prüfungszeit an den Unis und Fachhochschulen beginnt, herrscht in Deutschland wieder Ausnahmezustand. Leere Liegewiesen und Nachtclubs, da sich die strebsamsten unter uns bereits seit einigen Wochen zu Hause verbarrikadiert und eingesperrt haben. Und wie jedes Jahr, plagt uns Lernfaule das schlechte Gewissen. Mit den Lernzielen verhält es sich nämlich wie mit den Neujahrsvorsätzen: Man plant erst, um dann doch wieder alles über Bord zu werfen. Früh genug anfangen zu lernen, das kann jeder. Die Kunst liegt doch darin, sich möglichst viel Lernstoff in relativ kurzer Zeit einzuprägen. Was ist also zu tun, wenn man keine fünf Wochen, sondern nur noch fünf Tage Zeit hat, um 15 Wochen Vorlesung in durchschnittlich 1400g Hirn abzuspeichern? Regel Nummer eins: Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen.

„Möchten Sie sich wirklich ausloggen?“ – JA!

Das wichtigste, bevor du loslegst, ist, dass du dir einen ruhigen Arbeitsplatz suchst, an dem du konzentriert arbeiten kannst und dich niemand stört. Das bedeutet auch, dass du alle potentiellen Störungs- und Ablenkungsquellen von Beginn an eliminieren musst. Schalte dein Handy auf lautlos und logge dich bei Facebook aus (TU ES!), um einfach mal „abschalten“ zu können. Auch kleinere Ablenkungsgefahren, die außerhalb der virtuellen Welt in deinen eigenen vier Wänden lauern, sind nicht zu unterschätzen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass man ausgerechnet während der Klausurphase den starken Drang verspürt, die Wohnung mal wieder auf Vordermann zu bringen, die Fenster zu wischen oder das Bett neu zu beziehen.

Aber keine Angst, Prokrastination ist keine neuzeitliche Erscheinung. Bereits im 16. Jahrhundert hatten unsere Vorfahren mit Aufschieberitis zu kämpfen. Und am Ende haben Luther und Kopernikus es doch geschafft, Thesen an die Kirchentür zu schlagen bzw. das heliozentrische Weltbild zu veröffentlichten. Dann sollte es für dich ja wohl möglich sein, für eine Klausur zu lernen!

Ich spring von Level, zu Level, zu Level

Bevor du dir unrealistische Ziele setzt und vorhast, das Skript Wort für Wort rezitieren zu können, solltest du dir eingestehen: Das ist unmöglich. Lies dir das Skript sorgfältig durch und notiere lediglich die wichtigsten Keywords mit den dazugehörigen Definitionen. Bereits beim Zusammenfassen des Textes wiederholst du dessen Inhalt und lernst somit theoretisch bereits für die Prüfung. Erstelle auf jeden Fall einen Lernplan, in welchem du dir Etappenziele setzt. So hast du einen Überblick darüber, was du am Ende des Tages erreicht haben willst und wie viel du bereits vom Stoff geschafft hast bzw. was noch alles vor dir liegt. Plane ein, dass jede Lernetappe drei bis vier Stunden umfassen sollte und dass du genügend Pausen machst.

Nach jeder Etappe legst du einen Lernstopp von bis zu einer Stunde ein, damit dein rauchender Kopf etwas abkühlen kann. Entspann dich, geh an die frische Luft oder gönn dir einen leichten Zwischensnack. Der sollte die Verdauung jedoch nicht allzu sehr anregen, schließlich wird die Energie im Kopf und nicht im Magen gebraucht!

Sollte zwischendurch doch mal eine Motivationsflaute eintreten oder dich Panik überkommen, muss das Wundermittel schlechthin konsultiert werden: Schokolade. Schließlich ist es erwiesen, dass das Kakaozuckermilcherzeugnis die Nerven beruhigt. Das ist zwar negativ für deine Zähne, aber gut für die Psyche und den Lernerfolg ;-).

Wir wünschen allen viel Erfolg in der Klausurenphase!

Bildquelle: thinkstock/Andreas Rodriguez

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