Es gibt Dinge, die schiebt man vor sich her, weil scheinbar nie der richtige Zeitpunkt da ist, um sie zu erledigen. Und auf einmal ist es zu spät! Vielen geht es nicht nur bei der Klausurvorbereitung, sondern auch beim Absolvieren eines Praktikums so. Erst ist es zu früh, dann hat man keine Zeit mehr. Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für ein Praktikum? Gibt es den perfekten Mittelwert? Die Antwort ist, dass die Studienordnungen eindeutig nicht eindeutig sind und es je nach Studiengang unterschiedliche Anforderungen an Praktika gibt.

Praktikum vor Studienantritt – Hilfe, ich hab noch keins gemacht!

Insbesondere an FHs und in technischen Studiengänge, wie Medizintechnik oder Maschinenbau, werden Vorpraktika erwartet. Auch im Bereich Design wird oft vorausgesetzt, dass du bereits mit Hilfe eines Praktikums Arbeitsalltagsluft geschnuppert hast. Lies dir also schon vor deiner Bewerbung die Studienordnung zu deinem Studiengang durch, damit du auch alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllst. Denn falls du noch kein Praktikum absolviert hast, zu Beginn deines Studiums aber einen Nachweis vorlegen musst, hast du in der Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn noch die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen.

Praktikum während des Studiums – Ich hab ja sonst nichts zu tun!

Wenn dein Praktikum während des Studiums stattfinden soll, macht es einen Unterschied, ob es sich hierbei um ein Praktikum handelt, das du aus freien Stücken machst oder das vorgeschrieben ist. Freiwillige Praktika machst du während deines Bachelor-Studiums am besten ab dem 5. Semester. Du hast nun dein Grundstudium erfolgreich abgeschlossen und bist im Hauptstudium angekommen. Deine Wahlschwerpunkte liegen fest und du weißt in welche Richtung es beruflich später einmal gehen soll. Häufig stehen Studenten jedoch vor dem Problem, dass kein Praktikum in den engen Modulplan des Studiums passt. Schließlich gilt es jedes Semester eine bestimmte Credit-Anzahl zu erreichen. Bologna sei Dank machen einem auch die vielen Prüfungen einen Strich durch die Praktikumsrechnung, denn in vielen Wissenschaften liegen die Prüfungsphasen in der vorlesungsfreien Zeit. Um das Problem der Zeitnot zu lösen, kannst du dir für ein längeres, freiwilliges Praktikum ein Urlaubssemester nehmen. Das beurlaubte Semester wird nicht als Studiensemester angesehen und verlängert somit auch deine Regelstudienzeit nicht. Das ist natürlich besonders für die BAföG-Empfänger unter euch wichtig!

Im Gegensatz zu freiwilligen Praktika, haben Pflichtpraktika meistens einen festen Platz im Studium. Wenn deine Studienordnung ein Praxissemester vorsieht, bist du ein halbes Jahr lang im Betrieb tätig und hast häufig keine Vorlesungen. Falls du einfach nur bis zu einem bestimmten Semester ein Praktikum absolviert haben musst, bieten sich oft auch die Semesterferien für ein kurzes bis mittelfristiges Praktikum an.

Praktikum gegen Ende des Studiums – Besser spät als nie!

Wenn trotz allem keine Zeit blieb während des Studiums ein Praktikum zu machen, bleibt dir immer noch die Möglichkeit, deine Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Viele Firmen suchen dringend nach jungen Akademikern. Denn wenn du dich dazu entschließt deine Bachelor- oder Masterarbeit in dem Unternehmen zu schreiben, bist du eine treibende Kraft in der Forschung und bekommst einen Einblick in die Abläufe im Unternehmen. So eine praktische Abschlussarbeit ist fast immer auch ein Garant für den Berufseinstieg im jeweiligen Unternehmen. Egal wann du es machst, mach auf jeden fall ein Praktikum. Es ist eine unverzichtbare Orientierungshilfe. Du lernst Theoriekenntnisse in die Praxis umzusetzen und sammelst erste Berufserfahrungen, die für deine spätere Karriere wichtig sind. Im Idealfall stimmt dein Praktikum mit deiner Berufsvorstellungen überein und du hast Spaß an der Arbeit. Selbst wenn das Praktikum ein totaler Reinfall war, kannst du immerhin mit Sicherheit sagen, was du später einmal nicht machen willst.

Autorin: Alexandra Quant

Bildquelle: Purestock;/Thinkstock

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