Zwei Jahre sind seit der Einführung des Mindestlohns vergangen. Nun wird er sogar erhöht – von 8,50 Euro auf 8,84 Euro. Zeit für uns zusammenzufassen, was sich seitdem verändert hat. Alle Infos zu den aktuellen Regelungen kannst du in unserem Ratgeberbereich nachlesen.

Das Medienecho zum Mindestlohn

Die Welt am 25.12.2014

Die Welt zeigte sich Ende 2014 in ihrem Beitrag „So wird der Mindestlohn zum Praktikumskiller“ pessimistisch. Die Prognose aufbauend auf einer Studie des Branchenverband GWA:

  • Unternehmen werden aus Angst weniger Praktikanten einstellen – dies soll insbesondere Absolventen treffen, die fast ohne Ausnahme einen Anspruch auf Mindestlohn haben.
  • Zudem sind Konzerne eher bereit, den Mindestlohn zu zahlen, als Start-ups und kleine Unternehmen.

Was wurde 2015 berichtet?

Süddeutsche Zeitung vom 29.03.2015

Im März 2015 meldete die Süddeutsche Zeitung mit ihrem Beitrag „Teure Praktikanten – Folgen des Mindestlohns“ erste Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

  • Auswirkung sind verkürzte Arbeitszeiten und eine Höchstdauer von drei Monaten. Erst bei einer längeren Dauer muss der Mindestlohn gezahlt werden.
  • Absolventen, die uneingeschränkten Mindestlohnanspruch haben, werden nicht mehr von jedem Unternehmen eingestellt.
  • In großen Unternehmen ändert sich an den Praktikumsplätzen nichts. Insbesondere Banken haben mit dem Mindestlohn kein Problem, sie zahlen sowieso mehr als vorgeschrieben. Statistisch erhobene Zahlen gibt es zu dem Zeitpunkt nicht.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.12.2015

Im Dezember 2015 hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung gute Nachrichten. Laut dem Beitrag „Der Mindestlohn schadet nicht so sehr“ ist der Jobabbau nicht annähernd so schlimm, wie erwartet. Stattdessen profitieren gerade die Geringverdiener. Die weiteren Erkenntnisse:

  • Löhne in Deutschland steigen laut dem Statistischen Bundesamt um 2,4%.
  • Ungelernte Arbeitnehmer verdienten fast 4% mehr als vor einem Jahr.
  • Es zeigen kaum negative Auswirkungen, was aber auch an einer guten Konjunktur liegen kann.

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Berichterstattung 2016

Haufe am 31.01.2016

Haufe hat sich im Januar 2016 mit der Auswirkung des Mindestlohns auf Praktikanten auseinandergesetzt. Laut „Praktikantenspiegel“ von Clevis Consult, einer Befragung, an der 6.200 Praktikanten in Deutschland teilgenommen haben, lassen sich Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt nachweisen:

  • Praktikanten verdienen tatsächlich 10% mehr als vor einem Jahr.
  • Besonders Master-Studenten profitieren.
  • Unternehmen verkürzen die Praktikumsdauer.

Bericht der Mindestlohnkommission am 01.06.2016

Die Mindestlohnkommission kann im Juni 2016 noch mit einer weiteren Studie (nicht-repräsentative) Zahlen liefern.  So wurde für die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung eine Sonderumfrage durchgeführt. Gefragt wurde, wie sich freiwillige und Pflichtpraktika zwischen 2014 und 2015 verändert haben.

  • Während 2014 noch 70 % der Unternehmen freiwillige Praktika angeboten haben, waren es 2015 nur noch 34 %.
  • 22 % der Unternehmen gaben an, dass der Mindestlohn direkten Einfluss auf das Praktikumsangebot haben.

Ausblick auf das Jahr 2017:

Wir haben es bereits verraten – der Mindestlohn wurde zum Jahresbeginn erhöht. Du fragst dich, warum man nicht gleich die vollen 8,84 Euro spendiert hat? Zum einen soll durch das schrittweise Anheben der Verlust von Arbeitsplätzen vorgebeugt werden. Zum anderen bleiben die Löhne so langfristig  auf Augenhöhe mit tariflichen Zahlungen, die ja auch in festen Abständen steigen. Welche Auswirkungen wir nun erwarten können? Das kannst du bald bei uns nachlesen. Wir halten dich auf dem Laufenden.

Du weißt gar nicht, ob du überhaupt ein Anrecht auf den Mindestlohn hast? Dann solltest du dir unser Mindestlohn-Spezial anschauen!

Titelbild@Natalia Ostashova/Unsplash.com

mann in Kneipe@Toa Heftiba/Unsplash.com

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