Spüren wir nicht alle schon beim Gedanken an ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum den Puls steigen? Die Kandidaten, die an den folgenden Auswahlverfahren teilnehmen, haben definitiv Grund nervös zu sein, immerhin nehmen sie an einer der berüchtigtsten und härtesten Aufnahmeprüfungen der Welt teil. Ob Auswärtiges Amt, Journalistenschule, Web Mogul oder Hochbegabtenclub – sie alle selektieren was das Zeug hält. Wir stellen euch heute fünf der härtesten Auswahlverfahren der Welt vor.

Google

Wer bei Google einen der begehrten Jobs erringen möchte, der kann sein Einserzeugnis getrost in der Tasche lassen, denn hier zählen ganz andere Werte. Kreativität zum Beispiel. Auf Fragen wie „ein Mann schob seinen Wagen zu einem Hotel und verlor sein vermögen. Was ist passiert?“ keine Antwort parat zu haben, ist mindestens so schlimm, wie bei der Bank eine fünf in Mathe rechtfertigen zu müssen. Und nur einmal die perfekte Antwort zu geben, reicht bei Weitem nicht aus, so können bis zu 14 Bewerbungsgespräche mit allen wichtigen Entscheidern stattfinden. Sagt auch nur einer nein, ist der Traum ausgeträumt. Doch nicht nur die Gespräche, für die es kaum eine Möglichkeit gibt, sich vorzubereiten, haben es in sich. So muss man sich als Kandidat gegen rund 100.000 Mitbewerber durchsetzen. Wer es in das Team schafft darf sich freuen, denn Google wird regelmäßig zum beliebtesten Arbeitgeber gewählt.

Die Henri-Nannen-Journalistenschule

Rückläufige Abonnentenzahlen, Zeitungsverlage unterm Hammer, wenige Jobangebote – dennoch ist und bleibt der Journalismus Traum vieler junger, kreativer Leute. Was Harvard für US-Amerikanische Studenten ist, ist die Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule für angehende Reporter. Doch nur wenige kommen in den Genuss einer Ausbildung an dieser Schule, so bewerben sich jedes Jahr Hunderte – während nur 20 angenommen werden. Schon im ersten Schritt wird kräftig ausgesiebt. Binnen drei Wochen müssen ein Kommentar und eine Reportage zu einem vorgegebenen Thema geschrieben werden. 78 Auserwählte werden erst dann zum eigentlichen Test eingeladen. Zwei Tage lang werden sie dann auf Herz und Nieren geprüft. Zu den Disziplinen zählen mehrere Wissenstests, Schreibübungen und das Halten einer Rede.

Lufthansa Piloten

Auch der Pilot steht auf der Liste der Traumberufe ganz weit oben. Bis man aber im Cockpit platznehmen darf, ist es ein langer Weg, denn zunächst gilt es, einen der härtesten Aufnahmetests zu bestehen. Mathe-, Physik-, und Englischtests sind da erst der Anfang. Denn auch eine ausgezeichnete Raumorientierung, Aufmerksamkeitskapazität, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Merkfähigkeit, Psychomotorik und Multi-Tasking-Fähigkeit wird von den zukünftigen Lufthansa Piloten erwartet. Um all diese Eigenschaften zu testen finden zunächst eine eintägige Grunduntersuchung sowie eine zweitägige Firmenqualifikation statt. Unter anderem im Flugsimulator und bei Gruppendiskussionen werden die Kandidaten auf die Probe gestellt. Erst dann folgt das eigentliche Herzstück des Auswahlverfahrens – der einwöchige DLR-Test. Hier werden neben Belastungstests und Teamübungen sogar die Fähigkeiten als Fluglotse geprüft. Nur 5% der Teilnehmer bestehen den Test, die anderen 95% können wir an dieser Stelle leider nicht aufmuntern, denn wer durchfällt darf den Test nicht wiederholen.

Mensa – Verein für Hochbegabte

Schlau hin oder her – wer seine Intelligenz schriftlich haben möchte, der kann am Mensa – IQ-Test teilnehmen. Im Verein der Hochbegabten wird allerdings nur aufgenommen, wer besser als 98% der Bevölkerung abschneidet. Wer mit einem besonders hohen IQ prahlen möchte, der sollte den Test nicht in Deutschland, sondern in den USA machen. Denn während bei uns die Ergebnisse bei 150 enden, werden dort IQs bis zu 190 ausgewiesen. Übrigens dürfen auch Kinder an den IQ-Tests teilnehmen, so haben bereits Zwei- und Dreijährige die Mitgliedschaft (mit einem attestierten IQ von 162 bzw. 156) errungen.

Das Auswärtige Amt

Diplomat beim Auswärtigen Amt – laut Umfrage der größte Traum junger Leute. Damit der Traum nicht wie eine Seifenblase platzt, muss zunächst der Auswahltests bestanden werden. Schon die schriftliche Prüfung gilt als eine der Schwierigsten. So könnten nahezu alle der 100 Fragen als Millionen-Frage bei „Wer wird Millionär“ gestellt werden. Wer hier (ohne Joker) brilliert, darf in die nächste Runde vorrücken. Hier gilt es nun, ein außenpolitisches oder außenwirtschaftspolitisches Thema schriftlich zu analysieren. Außerdem heißt es zu beweisen, dass Englisch- und Französischkenntnisse (ersatzweise natürlich auch einer anderen UN-Amtssprache wie Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch) überdurchschnittlich gut sind. Doch Wissen und Sprachtalent sind längst nicht alles. So wird auch psychologischer Eignungstest durchgeführt. Erst dann findet das mündliche Auswahlverfahren statt. Wer in Gesprächen, sowie bei Gruppenübungen und Kurzplädoyer überzeugen kann, darf sich über eines der wenigen Jobangebote freuen.

Autorin: Sabine Zagar

Bildquelle: bevangoldswain/Thinkstock

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